posted by harrySmorgan on Mai 25
Für die treuen Leser meines Blogs, veröffentliche hier exclusiv in regelmäßigen Abständen, Auszüge meiner Biografie die ich gerade am schreiben bin.
Wer Porno sagt, kommt an Harry S. Morgan, 62, nicht vorbei. Morgan ist Haus- und Hofregisseur bei der Essener Pornofirma Videorama, und zwar seit mehr als 20 Jahren. Kaum ein Pornotreibender in Deutschland, der nicht unter Morgans Ädige arbeitet. Morgan macht Gina Wild zum Star, holt anschließend Vivian Schmitt (das Gespräch mit Vivian Schmitt lesen Sie ab Seite xxx) vor die Kamera. Heute produziert er Leonie Saint (das Gespräch mit Leonie Saint lesen Sie ab Seite xxx).
Mit weit über 600 Filmen – darunter die langlebigste Serie der Welt, »Maximum Perversum«, deren 100. Episode im Januar 2008 mit Teil 100 erscheint – ist Harry S. Morgan zweifelsohne die deutsche Porno-Koryphäe, auch wenn er lieber mit der Rolle als »Reporter in Sachen Erotik« kokettiert. Denn mit der Amateur-Serie Happy Video Privat erobert er seit 19 Jahren die bundesdeutschen Wohnzimmer. Später ruft er das Casting-Format Junge Debütantinnen ins Leben. Damit ist er Vorreiter für das heute populäre Genre Reality-Porn – und Aufklärer in Sachen Sexualität.
Einer meiner Schulfreunde auf dem Gymnasium war der Sohn von Dr. Otto Steinert, einem der bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit. Dieser unterrichtete an der Folkwang-Schule in Essen, wo sie damals, Anfang der 60-er Jahre, einen Fernseher besaßen. Fernseher waren ja zu der Zeit noch nicht so verbreitet, weshalb wir jeden Samstag in der Folkwang-Schule die »Sportschau« gucken gingen.
Nebenher wurde ich neugierig auf die Arbeit von Steinert. Ich schaute mir seine Fotografien an. Offenbar schien Steinert mein Interesse zu bemerken. Er lieh mir eine Kamera aus und ich begann selbst Bilder zu machen. Und da schon meine Großmutter Journalistin gewesen war, mein Großvater Kameramann bei der UFA, meine Tante Mitbegründerin der Constanze, aus der viele Jahre später die Brigitte wurde, selbst meine Eltern meine Interessen förderten, war mein weiterer Werdgang vorgezeichnet.
Ich lernte Journalismus bei der NRZ in Essen. Damaliger Chefredakteur war Jens Feddersen. Parallel zu meinem Zeitungsvolontariat belegte ich das Fach Bildjournalismus an der Folkwang-Schule unter Otto Steinert. Später bekam ich eine Anstellung beim Springer-Verlag, arbeitete für die Welt, Bild und Bild am Sonntag. Ich war als Fotograf an vielen Reisereportagen beteiligt, flog in Kriegs- und Krisengebiete. Ebenso viel bewegte ich mich mit der Fotografie aber auch in der Kunstszene. Dort wiederum ging man mit Sexualität viel offener um, weshalb ich natürlich auch viel Bock darauf hatte, Sex zu haben. Ich hatte mal eine Freundin, die kam aus Afrika, sie war Tänzerin und brachte mir Dinge bei, an die ich noch heute gerne denke.
»Kunst war schon immer auch pornografisch. Seit es Bilder gibt, die Menschen in Wände kratzen, gehörte auch Pornografie dazu. Aber Pornografie heute … sind wir doch ehrlich: Die Pornografie ist Scheiße. Pornografie ist auf Grund moderner Kommunikationsmittel entstanden. Jemand hat das Medium Film erfunden. Kurz darauf hat jemand nackte Menschen auf Film gebannt. Und noch jemand hat daraus ein Geschäft gemacht.«
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