posted by harrySmorgan on Feb 24

Man kennt sich fast ein Vierteljahrhundert. Arbeitet sozusagen Tür an Tür. Weiß um die Erfolge und Mißerfolge des anderen. Reicht das aus, um den Berufs- und vor allen Dingen ein bißchen Lebensweg zu porträtieren?
Unser Franky meint: Nein. Höchstens Skizzen können da herauskommen. Weil man ganz einfach zuviel von dem anderen weiß, gehört und gesehen hat.

Ein Buch könnte unser Franky über Harry S. Morgan schreiben. Für ein Porträt über den Macher und Menschen aber hat er ganz einfach zu viele Erinnerungen im Kopf. Da würde jeder Porträtansatz in einer Skizze stecken bleiben.
Was also tun, wenn man den bekanntesten Pornofilm-Macher im deutschsprachigen Raum porträtieren will, um sein 25jähriges Berufsjubiläum zu feiern?

Am besten: jemanden suchen und finden, der Harry S. Morgan nicht so nahe steht – jemand, der fachliche wie persönlich-intime Fragen stellt (und nicht darauf verzichtet, weil er selbst die Antworten in etwa schon kennt).
Natürlich muß dieser “Jemand” jemand sein, der sich mit den Menschen und der Materie in der Branche bestens auskennt. Einer wie Thomas Janisch. Der österreichische Kollege hat die Nase und die Neugier, auch äußerst intime Dinge aus einem fast schon zur Legende gewordenen Pornofilmer herauszuschnüffeln.
Eine reizvolle Aufgabe für ihn, Harry S. Morgan zum 25jährigen Berufsjubiläum zu porträtieren. Dabei ging es besonders darum, den Menschen hinter dem Macher hervorzuholen. Er näherte sich ihm unter dieser Leitlinie:

Die unbändige Neugier nach Sex des Harry S. Morgan
Er ist eine Institution im deutschsprachigen Porno. Der Mann mit der Kappe, der Mann mit dem Händchen für authentische Szenen, der Mann mit dem Näschen für tolle Sex-Talente. Der Mann, der so gar nicht dem “Goldketterl”-Image eines Horizontal-Regisseurs entspricht und der sich erst einmal die Weihen des seriösen Journalismus holte, bevor er sich so erfolgreich in die Niederungen der Erotik begab…
Der “Spiegel” charakterisierte ihn als einen Mann: “…mit einer unbändigen Neugier nach Sex”, sein Name: Harry S. Morgan. Doch was wie ein Held aus einem Western-Schmöker klingt, begann ganz und gar bürgerlich.

2.jpg Das Genre streifte der Mann, der als Michael Schey 1945 geboren wurde, schon im zarten Jugendalter. Auf einer Klassenfahrt nach Paris kaufte er die ersten Pornoheftchen und begann einen schwunghaften Handel auf dem Schulhof, was ihm außer vielen Freunden und reichlich Kohle einen strengen Verweis einbrachte. Doch die Lust auf Frauen und Erotik ließ ihn seither nicht mehr los. Serien wie “Happy Video Privat”, “Teeny Exzesse” und “Maximum Perversum” machten ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt.

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